Durch Anselm Grün bin ich auf die Benediktiner gestossen. Ich halte zur Zeit endlich ein Buch von ihm in den Händen. "Mein Weg in die Weite" heisst es. Es ist ein Interview mit ihm, erschienen bei Herder (2003). Ein weiser Mensch, ein tiefgründiger Mensch und v.a. liebevoll mit viel Weitblick.
Da ich gerade über ein paar Menschen in meinem Leben nachdenke, die sehr auffällig sind und denen tiefgründige Hilfe sehr gut tun würde, habe ich an das sogenannte Recollectiohaus gedacht, das sie dort in der
Abtei Münsterschwarzach haben. (Anselm Grün ist Benediktiner und gehört zu den Benediktinern in dieser Abtei. Dort ist er Cellerar.) Ich hatte leider übersehen, dass diese Recollectiohaus nur für Priester und Ordensbrüder in einer psychischen Krise gedacht ist, nicht allgemein für Menschen in einer Krise.
Schade, aber bis vor wenigen Minuten hatte ich noch die Hoffnung, dass es das im
Stift Neuburg auch gibt (kann schon sein, dass es das gibt, aber eben nicht für Aussenstehende).
Dafür habe ich auf deren Website was anderes faszinierendes gefunden:
Die Impulse.
Ich dachte gleich mal an die
Monatsschriften von Anselm Grün. Ich war neugierig, habe reingelesen und gleich mal in meinem Feedreader abonniert.
Beim Impuls
Woran wir leiden bin ich hängengeblieben. Hier ein Auszug:
Wie hat Jesus den Taubstummen geheilt? Nicht durch eine Pille oder durch ein Fingerschnippen. Es geht ihm nicht um das Mirakel. Er lässt den anderen mit seiner Not an sich heran. Er geht auf ihn zu und berührt ihn. Mit einem Gestus ungeheurer Intimität durchbricht er die Mauer der Isolation, in der der Taubstumme gelebt hat.
Will ich die Not eines anderen lindern, muss ich auf ihn zugehen. Ganz persönlich, mit offenem Herzen, "die Not eines anderen an sich heranlassend".
In unserer schnelllebigen Welt lassen wir uns nicht mehr aufeinander ein, nicht mehr tiefgründig. Natürlich kann man sich tiefgründig einlassen, aber das muss man bewusst tun. Auch in dem Bewusstsein, dass das in irgendeiner Weise aufsehenerregend ist - oder aber von den Unbeteiligten überhaupt nicht verstanden wird.
Abt Franziskus Heeremann meint weiter unten im Text:
Wo es uns – wenigstens in Ansätzen – gelingt, uns auf den bedürftigen Mitmenschen hin zu transzendieren, in ihm den Bruder und die Schwester zu erkennen, da geschieht etwas in unserem Leben.
Ja, wir sind nicht mehr unberührt, das Leben ist nicht mehr egal, gleichförmig oder was an Oberflächlichem mehr ist. Wir sind beteiligt. Wir geben ein Stück von unserem Herzen, und empfangen ein Stück vom Herzen des Gegenübers. Und erfahren Sinnhaftigkeit in unserem Leben.
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