Am Samstag abend war ich zum Gottesdienst in der
Vineyard, einer Freikirche.
Marlin war der Prediger und es ging um eine der
Visionen der Vineyard, das Engangement bei den Künsten (anscheinend fordern das auch sowohl der gewesene als auch der jetzige Papst (und endlich mal keine Katholiken-Schelte in einer Freikirche)).
Dabei kam er unter anderem auf das altbekannte Gleichnis vom Sämann zu sprechen (Matthäus 13,18-23). Der Sämann, der auf die unterschiedlichsten Böden sät, und je nach Beschaffenheit des Bodens geht die Saat auf, nur bedingt, kaum oder gar nicht.
Marlin kam auf die Dornen zu sprechen, die drohen, die Ernte zu vernichten. Die Dornen sind Sorgen, Begierden, wohl auch die Alltäglichkeiten. In der Luther-Übersetzung von 1984 steht:
Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht
Matthäus 13,18
(Bei Marlin stand wirklich Begierden, nicht Reichtum, ich weiss aber nicht, welche Übersetzung er hatte und habe das auch beim
Suchen nicht gefunden.)
Er stand nicht da mit erhobenem Zeigefinger, und sagte uns nicht, wie wir sein sollen (der gute Boden). Er stellte sich auch nicht als der Gut- oder gar Bessermensch hin, der nichts anderes als guten Boden bei sich kennt.
Nein, er redete von den Dornen. Er sei einer der Menschen, die aufpassen müssten, dass die Dornen aus Sorgen und Begierden die gute Frucht nicht erstickten.
Wie leicht ist das heute, die Dornen drüberwuchern zu lassen! In unserer Welt aus Hetze und Eile, aus "höher, weiter, schneller", der Bedürfnisweckung durch die Reklame.
Lieber weniger als mehr, lieber mal innehalten. Lieber mal in vollem Bewusstsein auskosten, ganz dabei sein, nicht nur halb oder in diesem Irgendwie, mit dem wir um des Konsumierens willen dabei sind.
Und vor allem: Das Einfache schätzen lernen. Nichts dazu geben, einfach stehen lassen, wie es ist. Annehmen, wie es ist. Keine Zusätze. Nichts besser machen wollen. Das "Ist" annehmen.
Eine Botschaft, die im Herzen zu behalten ist.
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