Baseball (respektive Softball - wobei der Ball nicht weniger hart, sondern größer ist) ist hier in der Region groß. Mannheim ist quasi die Hochburg dieser Sportart. Vor einigen Jahren hatten sie sogar zwei konkurrierende, sehr hochkarätige Vereine, die Amigos und die
Tornados, bis sich die beiden - o Wunder - zusammenschlossen. O Wunder deshalb, weil die beiden sehr in Konkurrenz zueinander standen, mit jeweils separatem Dugout.
Desweiteren gibt es hier die
Schwetzinger (bis vor einigen Jahren noch als die Rüpel in der Szene bekannt), die
Ladenburger und die
Heidelberger (das sind nur die, die mir spontan einfallen).
Aus Mannheim kommen zahlreiche Nationalspieler. Auch das Baseball-Urgestein Klaus-Ingo Menzel, in seiner letzten Station bei den
Heidenheimer Heideköpfen als Trainer tätig, war lange Zeit dort.
Baseball ist hierzulande eine absolute Randsportart, es geht sehr familiär und im allgemeinen friedlich zu. Was Neulinge oft abschreckt, sind die Regeln. Baseball ist ein Spiel, das man sich erklären lassen muß. Es gibt nicht ein offensichtliches Tor, in das ein Ball verfrachtet werden muß.
Bei Mädchen tut man sich leichter mit dem Erklären, da sie meistens
Brennball aus dem Sportunterricht (oder sonstigen Gruppenveranstaltungen) kennen.
Sechs Reife werden im Rechteck ausgelegt, das sind die Stationen. Man (frau) teilt sich auf in zwei Mannschaften. Die einen gehen ins Feld, die anderen müssen um diese Spielstationen rennen - bevor der Ball, vom Läufer an der Startposition geworfen, von den Feldspielern gefangen und zu einem bestimmten Punkt gebracht wird (ich kann mich leider nur noch dunkel erinnern). Der Läufer muß durch jede Spielstation. Er muß dabei das Spielgeschehen beobachten, denn sind die Fänger fixer als er, und er steht nicht auf einer Station, so ist er verbrannt.
Beim Baseball gibt es vier Stationen: Homeplate, 1st, 2nd und 3rd Base. Um
die herum (und sie berührend) muß der Schläger (im Baseball wird vom Läufer geschlagen, nicht geworfen) rennen. Schafft er es in einem Zug, so ist das ein Homerun.
Die neun Feldspieler mit den komischen Handschuhen wollen das natürlich verhindern (die Handschuhe braucht man, um den Ball zu fangen - mit der bloßen Hand wäre das unmöglich). Das fordert fixe Reaktionen. Ist der Fänger mit dem Ball vor dem Läufer auf dem Base (oder hat er ihn mit der Hand, die den Ball hält, getaggt, also berührt), so ist der Läufer aus.
Was ist das aber für komisches Zeugs am Anfang? Der Pitcher auf dem Mound, der Batter und der Catcher in seiner Montur?
Pitcher und Catcher sind Feldspieler, sie gehören zusammen, der Batter ist der Läufer. Der Pitcher wirft möglichst raffiniert auf eine Art imaginäres Tor in der Luft und der Batter muß dieses Tor verteidigen. Ich habe oft den Begriff Fenster für dieses Tor gehört, finde das aber eher verwirrend.
Der Catcher fängt den Ball, denn das Spiel ruht erst, wenn der Ball wieder beim Pitcher auf dem Mound ist (Läufer könnten sonst die Zeit nutzen und weiter um die Bases rennen (= stehlen)).
Der Plate Umpire (der Schiedsrichter hinter der Homeplate) entscheidet, ob der Ball am Tor vorbeigezischt ist ("ball") oder reingetroffen hat ("strike"). Er beobachtet noch mehr, aber das ist das Wesentliche.
Viermal am Tor vorbei ergibt einen "walk" für den Läufer. Er darf kampflos aufs erste Base (da Bases nur einfach besetzt sein dürfen, rückt ein eventueller Läufer auf dem 1st Base aufs 2nd Base und so weiter). Dreimal "strike" und der Batter ist aus ("out"). Sind drei Läufer aus, so wechseln die Mannschaften. Die Läufer gehen ins Feld und die Feldspieler gehen nun zum Angriff über.
Die Abmessungen des imaginären Tores richten sich in der Breite nach der Breite der Homeplate und in der Höhe nach dem Batter. Oberkante ist die Brust des Batters, Unterkante seine Knie.
Eine Besonderheit des "Verbrennens" sollte ich noch erwähnen: Den "fly out". Der Ball ist vom Schläger hochgeschlagen worden - was toll aussieht, aber die Outfielder üben das Fangen solcher Bälle. Tja, wenn sie den so aus der Luft gefangen haben, dann ist der Schläger sofort aus - und die anderen Läufer müssen zuschauen, wo sie bleiben, denn sie dürften bei einem solchen Fly Out erst rennen, wenn der Ball im Handschuh ist.
Das sind die allergrundlegendsten Regeln für Baseball, sie werden durch weiteres Reglement noch sehr verfeinert.