Zur Zeit - 08. bis 27. Januar - läuft wieder das
Heidelberger Kammermusikfestival, veranstaltet von der Musikhochschule Mannheim. Studierende der Musikhochschule musizieren, mit den verschiedensten Instrumenten und Besetzungen. Eine feine Sache, zumal es nicht viel kostet (5€, ermäßigt 2,50€, manche Veranstaltungen sind sogar frei). Und heute war
Violinabend im
Augustinum.
War das schön! Diese Spielfreude! Der Erlkönig in der Komposition von H.W. Ernst stand unter anderem auf dem Programm (an der Violine: Robert Kowalski). Huh, durchgehend spannend das Stück, bis zum Finale, da ist dann alles aus. Hervorragend gespielt. Das war - wie die Chaconne aus der Partita II d-moll von Bach - ein Solostück, aber auch gemeinsam mit der Pianistin (Gulnora Alimova) waren es gelungene Darbietungen.
Was mich wieder ins Nachdenken gebracht hat, wieso so viele Leute nur die absoluten Stars sehen und hören wollen. Selbst Leute, die mit der Materie zu tun haben. Was das betrifft, bin ich in letzter Zeit sowieso vergrätzt, denn im letzten Konzert meines Laienorchesters hatten wir einen Star - dem es an sozialer Kompetenz mangelte. Was will ich mit so einer Diva? Macht doch keinen Spaß! Aber dieser Abend heute, der hatte Spaß gemacht.
Ach, es ist schön, diesen jungen Leuten zuzuhören und zuzusehen, wie sie miteinander musizieren.
Vor einem halben Jahr war ich auch bei so einem Violinabend. Ein Studienkollege der Solistin saß im Publikum (neben mir) und hat sie nach dem Spiel laut beklatscht und Bravo gerufen. Es war eine bravouröse Leistung der Solistin, ich habe nur so gestaunt (das Stück hatte Erhebliches an Technik und Konzentration verlangt). Der Student neben mir erklärte mir, daß man dieses Stück in aller Regel zwei Jahre übe.
Die Studienkollegen besuchen diese Konzerte also auch und sie geben gerne Auskunft, wenn man sie fragt.
Ich mag dieses Kammermusikfestival und schaue mir jedesmal die Programme genau an, wenn sie wieder (alle halbe Jahre) aushängen.