Der Sederabend gehört zum Pessachfest, dem Fest der Verschonung und Errettung Israels. Jesus hat das Sedermahl als letztes Mahl mit seinen Jüngern gefeiert.
An Gründonnerstag fand nun in der
Karlstorgemeinde ein Sederabend (Seder heißt Ordnung) statt. Besser gesagt, im Faltblatt zu diesem Abend stand: "Ein christliches Feier-Mahl orientiert am Seder".
So ist es auch richtiger, denke ich, denn ich habe gerade in der Wikipedia ein bißchen rumgeschnüffelt und da steht im weiterführenden Link, dass an diesem Abend kein Brot gereicht werden darf. Das hatten wir aber sehr wohl gegessen, diese Fladen, die es beim Türken pur oder mit Sesam oder mit Oliven gibt.
Und am Anfang wuschen die Ältesten den Gästen die Hände mit dem Spruch, dass Jesus uns von unseren Sünden reingewaschen hat. Das ist nun garantiert nicht jüdisch. Soweit ich nachlesen konnte, wäscht sich am Sedermahl eigentlich der Hausherr die Hände.
Nach der Waschung wurden wir an unsere Plätze geführt, neben denen wir schweigend warten sollten. Dann wurden die Kerzen entzündet und darüber wurde von den Frauen der Ältesten der Segen gesprochen.
Dieses Sedermahl ist sehr symbolisch, viele der Speisen stellen etwas Besonderes dar und werden rituell verspeist.
Das eigentliche Essen ist in ein Ritual eingepackt, in dem man vor dem Essen zwei Gläser Wein austrinkt und nach dem Essen zwei Gläser (in unserem Fall wurde der Wein z.T. durch Traubensaft ersetzt).
Symboliken
- Austrinken des Glases: Wir nehmen alles von Gott an.
- Grünes Kraut (Karpas), das in Salzwasser getaucht wird. Das Kraut steht für die Frucht der Erde, die uns Gott spendet und das Salzwasser - mej melach - symbolisiert die Tränen unter dem Joch der Ägypter.
- In der zweiten Einheit wird das ungesäuerte Brot (Matzen) und Meerretich (Maror) gegessen. Das ungesäuerte Brot, das damals beim Auszug aus Ägypten mitgenommen wurde und der Maror ist einfach ein Bitterkraut, das wiederum an das bittere Leben unter den Ägyptern erinnern soll.
- Zeroh und Beitzah, der auf dem Holzofenfeuer gegrillte Lammknochen, die Opfergabe im Tempel und das gekochte Ei, das an den Wiederaufbau des zerstörten Tempels erinnern soll.
- Schließlich gibt es noch das Charosset, eine süße Mischung aus gemahlenen Mandeln, Nüssen, Wein, Äpfeln und Honig. Es schmeckt sehr lecker und stellt den Lehm der Lehmhütten in der Sklaverei dar.
Das hört sich nun alles sehr diszipliniert an, aber es ist ein fröhliches Fest, zu dem alle Freunde und Verwandten eingeladen sind, da man nicht allein aus Ägypten herausging, sondern alle zusammen.
Meine Kenntnisse habe ich für diesen Artikel mit dem Buch "Israels Feste" von Alfred Burchartz, erschienen im Aussaat Verlag, wieder aufgefrischt (ich konnte mir vom Gründonnerstag nicht alles merken, ich war zu sehr mit Erleben beschäftigt).
Ein paar Links habe ich auch aufgetan:
1,
2 und
3.
Nachtrag:
Ein
Artikel, wie es am Gründonnerstag in Jerusalem zugeht. Mit dabei auch nochmal eine Erklärung der einzelnen Elemente.