The waitress is practising politics
as the business men slowly get stoned.
They're sharing a drink they call loneliness,
but it's better than drinking alone.
Aus Billy Joels "Piano man"
Diese Liedzeilen gehen mir nach dem Besuch des
Manna im Kopf herum. Dort habe ich mich mit einem Freund zum Frühstück getroffen.
Sehr schön eingerichtet ist es dort, so warm die Farben der Stühle und Tische, der Malerei an der Wand. Auf den Tischen stehen Vasen mit Gerbera, Brotkörbe sind hergerichtet, Kaffeesahne und Butter auf einem Teller. Sehr gemütlich.
Da es so kalt ist, hatte ich vermutet, dass es sehr voll werden würde, aber das stimmte nicht. Einer der Mitarbeiter meinte auf meine Frage, dass es sehr unterschiedlich sei, wieviel Leute kommen.
Es war sehr schön dort, sehr angenehm, es hat mir sehr gefallen.
Überfahren hat mich dann ganz zum Schluss des Besuches eine Frau, die uns beide nach den Notwohnungen hier in Heidelberg fragte, wie die denn so seien. Und dann gar nicht mehr aufhörte mit Reden und Klagen über ihre derzeitige Vermieterin, die sie rausgeklagt, ja rausgemobbt hätte, sogar die Richter seien parteiisch, die Beamten (welche, weiss ich nicht, irgendwie Sozialamt(?), Wohnungsamt(?)) und überhaupt, es seien ja so Zustände wie zu Hitlers Zeiten, die Gesetze würden nicht beachtet, ...
Was soll man denn mit so einem Menschen machen? Wie verhalten? Fing schon damit an, dass ich mich mit den Notwohnungen nicht auskenne. Dann: Wie soll ich ihr denn raten in ihrer Bredouille, ich kenne doch die ganze Sachlage nicht. Probleme sind Arbeit.
Beide erklärten wir ihr, dass es ohne Anwalt nicht ginge. Die Frau wollte nicht kapieren.
Erschlagen hat mich das, und so dachte ich, dass dort im Manna doch seltsame Gestalten seien, zumal mich eine andere Frau derartig zulaberte, das hörte gar nicht mehr auf. Erst als meine Begleitung wieder kam, wendete sie sich einem anderen Tisch zu.
Laut meiner Begleitung, die öfters im Manna frühstückt, ist diese Frau wirklich eine Labertante.
Ja, seltsame Gestalten. Hätten sie doch nur Arbeit, dann wäre alles besser, so dachte ich. Wohlwissend, dass die Leute in Arbeit keine besseren Menschen sind als die, die arbeitslos sind.
Bei der Labertante würde Arbeit möglicherweise etwas helfen - etwas, denn die schwatzte anscheinend schon von Geburt an so viel, sie stamme aus so einer Gegend, erklärte sie mir - aber die Frau mit ihren Anklagen, der würde man ein einzelnes Zimmer geben, wo auch immer sie arbeitete. Wenn sie überhaupt arbeitsfähig ist, wenn sie so uneinsichtig ist und einfach nicht klar denkt (sie erklärte fetzenweise, was sie bedrückte, nicht linear).
Ich war also bedient, und da dachte ich an den "Piano man" von Billy Joel. Der besingt Geschäftsleute, Leute, die Geld haben. Und die halten ihr Leben so wenig aus, dass sie sich gemeinsam besaufen. Es bedarf keiner Worte mehr.
Im Manna dagegen viel Worte und null, wirklich null, Alkohol.
Tja, wer ist nun wirklich einsam? Zumal im Manna auch die unterschiedlichsten Kurse angeboten werden.
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