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Der Frühling dräut über der Eisbahn.Mittwoch, 22. Februar 2012
Der Frühling dräut über der schrumpfenden Eisbahn auf der Neckarwiese. Aber es ist nicht alles Matsch, geschweige denn See, es ist noch ordentlich Eis da, auf das sich aber kaum jemand noch mit Schlittschuhen traut, zu uneben und löcherig ist es. Hier ein paar Eindrücke:
Die Heidelberger Eisbahn auf der NeckarwieseSamstag, 18. Februar 2012
Gleich zur Vorstellung am Besten mal in der Filmchen reingucken, das die Stadt erstellt hat: Wintervergnügen auf der Eisbahn am Neckar in Heidelberg
Das war so kalt, mindestens eine Woche lang! Kaum Schnee, sogar der Neckar gefror, und Sonne pur. Ja, da kamen irgendwelche Leute von der Stadt auf die Idee, die Neckarwiese zu fluten und eine Eisbahn für alle zu schaffen. In dem Filmchen sieht man ja auch, wie gut das ankam. Anscheinend war diese Eisbahn der Anziehungspunkt. Ich habe mir erzählen lassen, es sei voll gewesen wie bei der Kerwe oder so. Boa, Eisvergnügen für alle, nicht mal Eintritt wurde verlangt. Yeah, yeah, yeah! Was ich so toll finde, die Wer-auch-immer-Verantwortlichen haben nicht aufs Geld geguckt. Sondern hatten das Wohl der Leute im Blick. Finde ich stark. Heutzutage hat man doch das Gefühl, dass nur noch das Geld zählt und das Leben und der Mensch an sich auf der Strecke bleibt. Gerade heute habe ich in meiner momentanen Lektüre Was ist die Seele? (der Link führt auf die Vorstellung vom Verlag, wo man in das Buch auch virtuell reinblättern kann) von Anselm Grün und Wunibald Müller, erschienen bei Goldmann, auf Seite 73 gelesen: Der heilige Benedikt verlangt gerade vom Cellerar, dass er immer auf seine eigene Seele achtet. Er soll das Kloster wirtschaftlich nicht nur nach rein rationalen Gesichtspunkten oder nur nach finanziellen Aspekten leiten. Vielmehr soll er auf seine Seele achten, was sie ihm über ihn selbst sagt und welche Ideen und Bilder sie ihn für die wirtschaftliche und spirituelle Ausrichtung des Klosters bereitstellt. Tja, das passt doch, oder? Der Cellerar ist der Wirtschaftsverwalter eines Kloster. Anselm Grün hat diesen Job in seinem Kloster inne. samstägliches Frühstück im MannaSamstag, 11. Februar 2012The waitress is practising politics Aus Billy Joels "Piano man" Diese Liedzeilen gehen mir nach dem Besuch des Manna im Kopf herum. Dort habe ich mich mit einem Freund zum Frühstück getroffen. Sehr schön eingerichtet ist es dort, so warm die Farben der Stühle und Tische, der Malerei an der Wand. Auf den Tischen stehen Vasen mit Gerbera, Brotkörbe sind hergerichtet, Kaffeesahne und Butter auf einem Teller. Sehr gemütlich. Da es so kalt ist, hatte ich vermutet, dass es sehr voll werden würde, aber das stimmte nicht. Einer der Mitarbeiter meinte auf meine Frage, dass es sehr unterschiedlich sei, wieviel Leute kommen. Es war sehr schön dort, sehr angenehm, es hat mir sehr gefallen. Überfahren hat mich dann ganz zum Schluss des Besuches eine Frau, die uns beide nach den Notwohnungen hier in Heidelberg fragte, wie die denn so seien. Und dann gar nicht mehr aufhörte mit Reden und Klagen über ihre derzeitige Vermieterin, die sie rausgeklagt, ja rausgemobbt hätte, sogar die Richter seien parteiisch, die Beamten (welche, weiss ich nicht, irgendwie Sozialamt(?), Wohnungsamt(?)) und überhaupt, es seien ja so Zustände wie zu Hitlers Zeiten, die Gesetze würden nicht beachtet, ... Was soll man denn mit so einem Menschen machen? Wie verhalten? Fing schon damit an, dass ich mich mit den Notwohnungen nicht auskenne. Dann: Wie soll ich ihr denn raten in ihrer Bredouille, ich kenne doch die ganze Sachlage nicht. Probleme sind Arbeit. Beide erklärten wir ihr, dass es ohne Anwalt nicht ginge. Die Frau wollte nicht kapieren. Erschlagen hat mich das, und so dachte ich, dass dort im Manna doch seltsame Gestalten seien, zumal mich eine andere Frau derartig zulaberte, das hörte gar nicht mehr auf. Erst als meine Begleitung wieder kam, wendete sie sich einem anderen Tisch zu. Laut meiner Begleitung, die öfters im Manna frühstückt, ist diese Frau wirklich eine Labertante. Ja, seltsame Gestalten. Hätten sie doch nur Arbeit, dann wäre alles besser, so dachte ich. Wohlwissend, dass die Leute in Arbeit keine besseren Menschen sind als die, die arbeitslos sind. Bei der Labertante würde Arbeit möglicherweise etwas helfen - etwas, denn die schwatzte anscheinend schon von Geburt an so viel, sie stamme aus so einer Gegend, erklärte sie mir - aber die Frau mit ihren Anklagen, der würde man ein einzelnes Zimmer geben, wo auch immer sie arbeitete. Wenn sie überhaupt arbeitsfähig ist, wenn sie so uneinsichtig ist und einfach nicht klar denkt (sie erklärte fetzenweise, was sie bedrückte, nicht linear). Ich war also bedient, und da dachte ich an den "Piano man" von Billy Joel. Der besingt Geschäftsleute, Leute, die Geld haben. Und die halten ihr Leben so wenig aus, dass sie sich gemeinsam besaufen. Es bedarf keiner Worte mehr. Im Manna dagegen viel Worte und null, wirklich null, Alkohol. Tja, wer ist nun wirklich einsam? Zumal im Manna auch die unterschiedlichsten Kurse angeboten werden. Ein Baum aus dem Nest gefallenFreitag, 3. Februar 2012
Eisig kalt ist es zur Zeit, Temperaturen unter Null, trocken, wolkenloser, blauer Himmel, Sonnenschein. Mein Heuschnupfen, der letzte Woche ausgebrochen war (Hasel und Erle fliegen, dank des bisher milden Winters, wieder) verzieht sich, weil dank der Kälte keine Pollen mehr produziert werden.
An so mancher Stelle hatte es schon zu blühen begonnen. Und blüht jetzt noch. So auch ein ein einzelnes Bäumchen in der Anlage zwischen Stadtbücherei und Turm. Es ist nur ein einzelnes Bäumchen. Alle anderen sind kahl. Das war schon letztes Jahr so. Nur dieses eine Bäumchen, das der Stadtbücherei am Nächsten steht. Letztes Jahr hatte ich das nicht verstanden. Ob der Baum krank ist? Eine Notblüte? Aber der Baum lebt noch. Und dieses Jahr blüht er wieder als einzelner, lange vor den anderen (die anderen schaffen so im April/Mai einen rosa Blütentraum). Aber das blühende Bäumchen ist doch nicht so einzeln. Das ist einfach eine andere Art, und seine Brüder, die halt nicht seine direkten Nachbarn sind, die blühen auch schon. (Den Standort habe ich leider vergessen, aber sie sind irgendwo in Heidelberg.) Als absoluter Laie bin ich da letztes Jahr nicht draufgekommen, dass dieser "Frühblüher" einfach ein anderes Bäumchen ist als der Rest, der später blüht. Da hatten die Gärtner beim Setzen aus Versehen ein falsches Exemplar eingepflanzt. Das Bäumchen ist ein bisschen krumm, und die Rinde sieht angeknackst aus. Man kann schon meinen, das Bäumchen hätte Schaden genommen.
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