Eines meiner Hobbies ist das Knipsen.
Ich sage jetzt bewusst "knipsen", nicht "fotografieren", denn ich bin weit davon entfernt, ein Freak zu sein. Ich habe
meine Kamera zwar immer dabei, aber ich bin nicht ständig auf der Suche nach Motiven. Ich mag nicht immer das Display vor Augen haben, um meine Welt wahrzunehmen. "Fotografieren lernen ist sehen lernen". Ich nehme meine Welt nun immer bewusster wahr, lasse genussvoll vieles unfotografiert stehen.
Mittwochs bin ich immer im
Prinz Friedrich (
Billy und die
Zwillinge spielen da), und diese Künstlerkneipe ist eine echte Herausforderung. Nicht nur für den Knipser, auch für den Fotografierer. Die unterschiedlichsten Lichtquellen, wie eine orange Darboven-Werbung, abgeschirmtes Neonlicht an der Decke, Tischlampe, Fenster, Kerzen auf den Tischen, in der Nische LED-Spots und was nicht alles. Ein echtes Schummerfeeling noch dazu, da es nicht sonderlich hell ist. Aber auf den Blitz verzichte ich, da wird es unnatürlich aufgehellt. Blitz gehört auf Geburtstage oder so, wo man einfach hinterher noch wissen will, wer da war. Ansonsten zerstört Blitz die Atmosphäre.
Da hat man an seiner Kamera ordentlich was einzustellen, auszuprobieren und kennenzulernen.
Letzten Mittwoch habe ich tatsächlich etwas Neues kennengelernt.
Jessen neben mir stellte den Weissabgleich manuell ein, d.h. er hat ein weisses Blatt Papier genommen und darauf fokussiert.
Ich habe gestaunt. Und dachte, das gibt es nur bei Kameras der höheren Klasse. Nein, meinte er, bei kleineren gäbe es das auch schon. Woraufhin ich daheim erstmal meine Bedienungsanleitung studiert habe. Tatsächlich! Nun, der nächste Mittwoch wartet schon.
An die
Bildbearbeitung habe ich mich dank Prinz Friedrich auch wieder hingesetzt. Bleibt einem ja nichts anderes mehr übrig. Die Bilder haben einen derartigen Rotstich - kann man sich ja denken bei dieser Darboven-Werbung im Eck - und sowas von dunkel. Ich habe die Musiker beim Spielen fotografiert. Da kommt das Licht von hinten bzw. abgedämmt von oben. Was heisst, dass die Vorderfront der Musiker sowas von dunkel ist. Die
Gammakorrektur habe ich vor ein paar Tagen
entdeckt, das hilft schon mal. Ein (roter) Spot auf die Musiker war nur beim allerersten Gig da, jetzt ist es sehr schummrig.
Schärfen musste ich auch. Die Ergebnisse seht Ihr hier an den Musikerbildern.
Die Bilder erhaltet Ihr in gross, wenn Ihr auf die kleinen klickt.
Nachtrag:
Am Besten kommen die Bilder raus, wenn man den
Lochkameraeffekt der Kamera nutzt. Auf flickr habe ich ein
Album mit meinen Versuchen angelegt.
Neue Kommentare