So der Titel einer Veranstaltung des
Dokumentationszentrums deutscher Sinti und Roma in Heidelberg am 28. September.
Zwei Roma aus Frankfurt waren zu Gast, die Schwestern Maria Strauß und Ursula Rose, und erzählten von ihrem Leben mit den verfolgten und den Holocaust überlebenden Eltern - die Mutter war in Ravensbrück inhaftiert, der Vater in Sachsenhausen - und wie das Trauma der Eltern auf die folgenden Generationen drückt.
Sie hielten schon des öfteren ein Referat zum Thema, aber ich denke, um wirklich die Lebenssituation zu verdeutlichen, muss man sich öfter sehen. Muss Vertrautheit wachsen, in der dann mehr Sprache mögliche ist. Dass die Albträume der Eltern an die Kinder weitergegeben werden und die Kinder nun diese Albträume träumen, als hätten sie die betreffenden Situationen selbst erlebt, das war nichts Neues mehr für mich. Das hatte ich schon anderswo gelesen.
Mit dem Vater muss es beklemmend gewesen sein. Frau Rose erzählte, dass er seine Kinder - zwei Mädchen und ein Junge - nie ausser Haus liess, nicht ins Kino und nicht auf den Spielplatz. Und wenn sie mal vor dem Haus spielten, dann beobachtete er sie ständig vom Balkon aus. Frau Rose erklärte es mit Verlustängsten seinerseits. Er wollte seine Familie nicht nochmal verlieren.
Oder diese Geschichte, dass es passieren konnte, dass er mitten in der Nacht die gesamte Familie weckte, sie ins Wohnzimmer bat und ihnen dann Geschichten und Märchen erzählte. Wie gespenstisch!
Dass es Jahre dauerte, bis die Familie eine feste Wohnung hatte, weil die Beamten am Wohnungsamt dieselben wie zur NS-Zeit waren. Wie schrecklich musste es sein, jahrelang in Hotels zu wohnen!
Die beiden Frauen erzählten dann auch viel von den KZs. Wenn die Häftlinge zum Appell standen, mussten sie stehen und ihre Notdurft im Stehen verrichten.
Oder dass Sachsenhausen, wo der Vater war, ein Zentrum der SS-Ausbildung war, weswegen der Vater viel von der SS erzählte.
Hinterher konnte das Publikum Fragen stellen. Dazu war ich nicht fähig. Ich musste er erstmal sich setzen lassen. Die Fragen meinerseits werden wohl erst in den nächsten Tagen kommen. Zum Beispiel die, wie sich die beiden Frauen aus ihrer bedrückenden Vergangenheit losgemacht haben.
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