Der Blogeintrag des Herrn Walter der RNZ-Kreisredaktion im
Blogportal seiner Zeitung ruft zum Besuch der
Heidelberger Literaturtage auf, speziell zum Besuch der
Lesung einer Dame namens Passig, die auch bloggt, weswegen ihm diese Lesung besonders am Herzen liege:
Warum? Nun, für bloggende RNZ-ler ist sie fast ein Muss. Schließlich will man als Neu-Blogger noch etwas lernen.
Für mich hört sich das wieder mal an, als solle aus dem Bloggen ein
Hype gemacht werden. Dabei lassen sich Blogger in der Regel bei größeren Events nicht sammeln. Das wird in kleineren Grüppchen gemacht, man pflegt seine Freundschaften. Denn Bloggen heißt oft und oft Kontakthalten, nicht bekannt werden.
Ich denke, die wenigsten polieren ihre Texte fürs Internet. Die meisten bloggen spontan (für sie ein Reiz des Mediums). Textanalyse? Textarbeit?
Für Textanalyse und Textarbeit braucht es für Neu-Blogger eher einen Workshop denn eine Lesung. Aber damit ist auch klar, daß
Schreiben Arbeit ist, ein Handwerk, das erlernt und gepflegt werden muß. Das steht dem (achtlosen) Spontan-Bloggen gegenüber.
Ich rede wieder gegen das Hypen, da es mir erstens nicht liegt und ich zweitens schon böse Erfahrungen (
eins,
zwei) damit gemacht habe.
Den (bitteren)
Hype-Zyklus kann man mittlerweile in der Wikipedia nachlesen. Nach der anfänglichen Begeisterung mit überzogenen Erwartungen (ich finde es böse, wenn diese überzogenen Erwartungen auch noch geschürt werden) folgt das tiefe Tal der Enttäuschung (bis es sich langsam konsolidiert).
Soll Bloggen nun Spaß machen oder will man Ärger? Für Spaß gehe man es langsam an, genüßlich, für Ärger pusche man gehörig:
Also, nix wie hin zur Passig, danach Ausschau halten nach Menschen, die wie Blogger aussehen… ??!!
Ich korrigiere gleich mal wieder: Blogger sind Menschen, wie sie sonst überall auch rumlaufen. Sie sind nicht besser und nicht schlechter, sie haben kein besonderes Aussehen. Beim Bloggen geht's zu wie im Leben sonst auch, genauso mies und genauso gut, es ist nur eine andere Art des Kontakthaltens.
Nachtrag:
Auf die Reaktionen zum Aufruf des Herrn Walter bin ich gespannt. Die Dame Passig wird in der
Wikipedia als eine beschrieben, die in der BDSM-Szene Berlins sehr bekannt ist.
Soviel zum gründlichen Recherchieren. Jetzt wissen wir also mehr über das Phänomen Blogger.
Heute Abend (17. Juni) um 18.00 Uhr ist die Lesung.
noch ein Nachtrag:
Der erste Link ist wieder erreichbar, ich habe den Permalink ermittelt (der erweist sich hoffentlich nicht wieder als temporär

).
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