Am 10. März ging die Ausstellung "Rosenstraße 76" in der Stadtbücherei zu Ende. Sie dauerte eine Woche. Viel zu kurz, fand ich.
"Rosenstraße 76" ist eine Wanderausstellung zum Thema häusliche Gewalt. Sie kann bei
Brot für die Welt gebucht werden (man braucht Geduld dafür, denn die Ausstellung ist sehr begehrt).
Drei Zimmer: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer. Es sieht idyllisch aus, heile Welt. Auf den ersten Blick.
Geht man näher ran, sieht man überall Hinweisschilder liegen. Es gibt sogar einen Vorhang aus diesen Hinweisschildern. Auf ihnen stehen Hinweise und Zitate. Zitate von Opfern, Tätern, Angehörigen, Freunden. Irgendwo findet man garantiert etwas, was einen innehalten läßt. Worüber man sich austauschen möchte. Der Täter, der seine Gewaltanwendung nicht mehr einschätzen kann, der sich selbst als Opfer fühlt. Das hilflose Kind (in diesem Fall ein Sohn), der gegen die gute Reputation des Vaters nicht ankommt (hochgeschätzter Mann, aber daheim willkürliche Gewalt). Die Nachbarin, die wieder Krach in der Nachbarwohnung hört und sehr verunsichert ist, was sie nun tun soll. Gott sei Dank war ein anderer Nachbar schneller als sie, er hat die Polizei gerufen. Alkohol wird häufig angesprochen, das Frauenhaus, die Hilflosigkeit und Angst im Umgang mit Gewalt.
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