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klasse Durchsage der rnv in der StrassenbahnDonnerstag, 10. Mai 2012
Die rnv hat ja so allerlei Durchsagen. Gerade eben bin ich mit einer mir neuen konfrontiert worden. Der Fahrer liess eine ablaufen, in der gesagt wurde, dass Verschmutzer der Strassenbahn mit 20 Euro zur Kasse gebeten werden.
Fand ich klasse und habe es gleich bei dem Lümmel vor mir angewendet. Der Lümmel lümmelte nämlich längelang, völlig in der Horizontalen auf den Sitzen. Mit den Schuhen auf der Sitzbank. Ich musste ihn antippen, damit er mir Platz machte. Die Senkrechte hat ihm nicht behagt, also ist er dann nach kurzem umgezogen, um sich wieder in der Horizontalen auszustrecken, natürlich mit den Füssen auf der Sitzbank. Da hat der Fahrer mit dem Jingle eingegriffen. Aber der Junge hat sich nicht gemuckst. Ha, das war die Gelegenheit! Ich habe ihm verkündet, dass er 20 Euro zahlen müsse. Leider hat er nichts verstanden, da er ein junger Franzose war. Ich hab's ihm dann in meinem ärmlichen Französisch verklickert. Und hatte nach einer Weile sogar Erfolg. (Er war mit einer Gruppe junger Franzosen unterwegs. Zu ihren Gunsten muss ich sagen, dass sie echt nicht pöbelig waren und zu mir auch nicht frech wurden oder so.) Also, diese Durchsage finde ich gut. Die könnte ruhig öfter kommen. schöne Tage auf der Terrasse des LiteraturcafésDonnerstag, 3. Mai 2012
Wunderbares Mai-Wetter zur Zeit. So licht und lind wie die Blüten des Baumes (er steht neben der Terrasse des Literaturcafés) auf dem Foto. Sonne, nicht zu heiss und nicht zu kalt. Gerade so, dass die Sonnenliebhaber sich ausgiebig sonnen können, es aber im Schatten auch sehr angenehm ist. Dazu ein bisschen ein Windchen, das Ganze belebend.
So schön, dort auf der Terrasse zu sitzen und Zeitung zu lesen. (Die Stuttgarter Zeitung war wieder köstlich heute. Zum Beispiel dieser Artikel: Gefälschter OB-Brief verunsichert Bürger) Das Literaturcafé wird gerne genutzt. Für so manchen ist es eine Art zweites Wohnzimmer. Ich selbst treffe mich gerne dort mit Freunden. Dann gibt es da noch so einen Philosophenclub, der sich hier sehr wohl fühlt. Manche geben im Literaturcafé Unterricht. Wie etwa der native Speaker, der dort regelmässig zwei Herren auf die Sprünge hilft. Und manche Schüler und Studenten treffen sich dort zum gemeinsamen Lernen. Heute habe ich einer empörten Dame lauschen können, die die Apparate in der Stadtbücherei unmenschlich findet. Dadurch gehe so viel menschlicher Kontakt verloren. Der Hintergrund ist, dass die Stadtbücherei gerade umgebaut und auf ein anderes Verbuchungssystem (RFID) umgestellt hat. Zwei neue Apparate zur Rückgabe gibt es (zuverlässiger als der eine alte, der eh kaputt war). Dafür kann man nicht mehr an der Theke zurückbuchen. Das hat die Dame sehr empört. Man müsse sich gegen diese Unmenschlichkeit wehren, meinte sie zu ihrem Bekannten. Sie habe sich schon bei den Damen und Herren der Stadtbücherei beklagt, aber die sagten, sie hätten keine Macht. Nun, unmenschlich kann ich diese Apparate nicht finden. Okay, ich habe keine Probleme mit Technik. Und es steht immer ein Büchereimitarbeiter bei den neuen Apparaten, der auf Fragen und Probleme antwortet und einen bei Bedarf einweist. Die Menschlichkeit ist also nicht abhanden gekommen, sie hat sich nur verlagert. Die neuen Verbuchungsapparate (es ist mindestens einer mehr) sind auch einfacher in der Bedienung. Man muss nun nicht mehr Buch für Buch langsam über einen Schlitz ziehen, sondern kann bis zu fünf Bücher einfach auf einem bezeichneten Feld ablegen. Was sehr schön ist: Man muss nicht mehr durch die Stadtbücherei selbst, um ins Literaturcafé zu gelangen. Der eigene Ausgang des Literaturcafés ist nun geöffnet. Denn man hat daran gedacht, auch dort diese Seitenteile anzubringen, die Alarm schlagen, wenn ein Medium unverbucht mitgenommen wird. Der Frühling dräut über der Eisbahn.Mittwoch, 22. Februar 2012
Der Frühling dräut über der schrumpfenden Eisbahn auf der Neckarwiese. Aber es ist nicht alles Matsch, geschweige denn See, es ist noch ordentlich Eis da, auf das sich aber kaum jemand noch mit Schlittschuhen traut, zu uneben und löcherig ist es. Hier ein paar Eindrücke:
Die Heidelberger Eisbahn auf der NeckarwieseSamstag, 18. Februar 2012
Gleich zur Vorstellung am Besten mal in der Filmchen reingucken, das die Stadt erstellt hat: Wintervergnügen auf der Eisbahn am Neckar in Heidelberg
Das war so kalt, mindestens eine Woche lang! Kaum Schnee, sogar der Neckar gefror, und Sonne pur. Ja, da kamen irgendwelche Leute von der Stadt auf die Idee, die Neckarwiese zu fluten und eine Eisbahn für alle zu schaffen. In dem Filmchen sieht man ja auch, wie gut das ankam. Anscheinend war diese Eisbahn der Anziehungspunkt. Ich habe mir erzählen lassen, es sei voll gewesen wie bei der Kerwe oder so. Boa, Eisvergnügen für alle, nicht mal Eintritt wurde verlangt. Yeah, yeah, yeah! Was ich so toll finde, die Wer-auch-immer-Verantwortlichen haben nicht aufs Geld geguckt. Sondern hatten das Wohl der Leute im Blick. Finde ich stark. Heutzutage hat man doch das Gefühl, dass nur noch das Geld zählt und das Leben und der Mensch an sich auf der Strecke bleibt. Gerade heute habe ich in meiner momentanen Lektüre Was ist die Seele? (der Link führt auf die Vorstellung vom Verlag, wo man in das Buch auch virtuell reinblättern kann) von Anselm Grün und Wunibald Müller, erschienen bei Goldmann, auf Seite 73 gelesen: Der heilige Benedikt verlangt gerade vom Cellerar, dass er immer auf seine eigene Seele achtet. Er soll das Kloster wirtschaftlich nicht nur nach rein rationalen Gesichtspunkten oder nur nach finanziellen Aspekten leiten. Vielmehr soll er auf seine Seele achten, was sie ihm über ihn selbst sagt und welche Ideen und Bilder sie ihn für die wirtschaftliche und spirituelle Ausrichtung des Klosters bereitstellt. Tja, das passt doch, oder? Der Cellerar ist der Wirtschaftsverwalter eines Kloster. Anselm Grün hat diesen Job in seinem Kloster inne. samstägliches Frühstück im MannaSamstag, 11. Februar 2012The waitress is practising politics Aus Billy Joels "Piano man" Diese Liedzeilen gehen mir nach dem Besuch des Manna im Kopf herum. Dort habe ich mich mit einem Freund zum Frühstück getroffen. Sehr schön eingerichtet ist es dort, so warm die Farben der Stühle und Tische, der Malerei an der Wand. Auf den Tischen stehen Vasen mit Gerbera, Brotkörbe sind hergerichtet, Kaffeesahne und Butter auf einem Teller. Sehr gemütlich. Da es so kalt ist, hatte ich vermutet, dass es sehr voll werden würde, aber das stimmte nicht. Einer der Mitarbeiter meinte auf meine Frage, dass es sehr unterschiedlich sei, wieviel Leute kommen. Es war sehr schön dort, sehr angenehm, es hat mir sehr gefallen. Überfahren hat mich dann ganz zum Schluss des Besuches eine Frau, die uns beide nach den Notwohnungen hier in Heidelberg fragte, wie die denn so seien. Und dann gar nicht mehr aufhörte mit Reden und Klagen über ihre derzeitige Vermieterin, die sie rausgeklagt, ja rausgemobbt hätte, sogar die Richter seien parteiisch, die Beamten (welche, weiss ich nicht, irgendwie Sozialamt(?), Wohnungsamt(?)) und überhaupt, es seien ja so Zustände wie zu Hitlers Zeiten, die Gesetze würden nicht beachtet, ... Was soll man denn mit so einem Menschen machen? Wie verhalten? Fing schon damit an, dass ich mich mit den Notwohnungen nicht auskenne. Dann: Wie soll ich ihr denn raten in ihrer Bredouille, ich kenne doch die ganze Sachlage nicht. Probleme sind Arbeit. Beide erklärten wir ihr, dass es ohne Anwalt nicht ginge. Die Frau wollte nicht kapieren. Erschlagen hat mich das, und so dachte ich, dass dort im Manna doch seltsame Gestalten seien, zumal mich eine andere Frau derartig zulaberte, das hörte gar nicht mehr auf. Erst als meine Begleitung wieder kam, wendete sie sich einem anderen Tisch zu. Laut meiner Begleitung, die öfters im Manna frühstückt, ist diese Frau wirklich eine Labertante. Ja, seltsame Gestalten. Hätten sie doch nur Arbeit, dann wäre alles besser, so dachte ich. Wohlwissend, dass die Leute in Arbeit keine besseren Menschen sind als die, die arbeitslos sind. Bei der Labertante würde Arbeit möglicherweise etwas helfen - etwas, denn die schwatzte anscheinend schon von Geburt an so viel, sie stamme aus so einer Gegend, erklärte sie mir - aber die Frau mit ihren Anklagen, der würde man ein einzelnes Zimmer geben, wo auch immer sie arbeitete. Wenn sie überhaupt arbeitsfähig ist, wenn sie so uneinsichtig ist und einfach nicht klar denkt (sie erklärte fetzenweise, was sie bedrückte, nicht linear). Ich war also bedient, und da dachte ich an den "Piano man" von Billy Joel. Der besingt Geschäftsleute, Leute, die Geld haben. Und die halten ihr Leben so wenig aus, dass sie sich gemeinsam besaufen. Es bedarf keiner Worte mehr. Im Manna dagegen viel Worte und null, wirklich null, Alkohol. Tja, wer ist nun wirklich einsam? Zumal im Manna auch die unterschiedlichsten Kurse angeboten werden.
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